1936 Rodtschenko

Aus Fotozitate
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1936 Rodtschenko Zitat und Originalbild.PNG

Fotozitat

#needabreak | #pause | #upintheair

Die Fotografie zeigt eine Studierende, die sich auf dem Dach eines Gebäudes befindet und über die Mauer hinweg in Richtung Boden schaut. Dabei hält sie sich mit beiden Händen den Kopf als würde sie Schmerzen haben oder gestresst sein. Ihr Gesichtsausdruck lässt sich nicht erkennen. Im Hintergrund ist ein blauer Himmel zu sehen.

Originalfoto

#jump | #freezethemoment | #upintheair

Auf der Originalfotografie lässt sich eine Person in der Luft erkennen, die sich gerade im Sprung befindet. Die Arme sind um die angewinkelten Beine geschlungen. Im Hintergrund ist lediglich der Himmel mit wenigen Wolken zu sehen, die Person ist von unten zu sehen.

Besitznachweise

  • Unbekannt “Jump into water , 1936”, gelatin silver, 11.7 x 16.7 cm [1]

Beschreibung

XXX

Fotograf

Alexander Rodtschenko (1891-1956) gilt als einer der bekanntesten Fotografen im Bereich der ausgefallenen Perspektiven und als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten des Produktivismus und Konstruktivismus nach der Russischen Revolution. Geboren in Sankt Petersburg, zog der Fotograf 1914 nach Moskau, wo er seine Zeit hauptsächlich verbrachte und Kontakt zu weiteren Kunstschaffenden aufbaute.[2] Im Laufe seines Lebens widmete sich der Künstler vielen verschiedenen Kunstformen, wie zunächst der Malerei und den Feinen Künsten. Während der russischen Revolution nutze Rodtschenko seine künstlerischen Fähigkeiten für die Zwecke der Futuristischen und Konstruktivistischen Bewegung und gestaltete alles von Buchcovern bis Poster.[3] Seinen Durchbruch zu Lebzeiten erlangte er durch seine Fotokollagen zu Wladimir Majakowskis Gedicht „Pro Eto“ (dt. Darüber) und ab 1926 widmete er sich hauptsächlich der Fotografie des Neuen Sehens.[4] Rodtschenko starb 1956 in Moskau, bis zum Ende seines Lebens widmete er sich dem künstlerischen Schaffen.[5]

Hintergrund und Entstehung

Rodtschenko fokussierte sich ab den 1920er Jahren immer mehr auf die Fotografie. Unter zunehmend strengem Regime seines Heimatlands Russland wurde seine Darstellungsart jedoch bemängelt und später gänzlich eingeschränkt. So verschob sich sein künstlerischer Schwerpunkt ab den 1930er Jahren auf Sportfotografie, zu der sich auch das vorliegende Bild zählen lässt. [6]

Analyse

Der Sprung ins Wasser wird durch eine Momentaufnahme festgehalten. Durch die Fotografie wird ein Standbild eines Bewegungsablaufs erzeugt, das ein Mensch mit bloßem Auge nicht erblicken könnte. Rodtschenko analysiert nicht die einzelnen Schritte eines Bewegungsablaufs, er hat einzelne Abschnitte viel mehr das erste Mal für Menschen detailliert sichtbar festgehalten.[7]

Wirkung und Rezeption

Seit 1928 wurde Rodtschenko vermehrt von den Stalinisten beobachtet und fiel negativ auf: „Bürgerlicher Formalismus“ wurde ihm vorgeworfen. Rodtschenkos Kunst passte nicht zum „Sozialistischen Realismus“. 1930 wurden ihm alle öffentlichen Funktionen entzogen. Als Folge davon konzentrierte er sich auf das unverfänglichere Gebiet der Sportfotografie. Nach einigen Jahren jedoch zieht er sich gänzlich aus der Fotografie zurück.[8]

Auktionspreise

  • 1.500 – 1800€, Jump into the water, 1936 Gelatin silver print Photographer’s stamp "Rodchenko Photo" on verso 11.7 x 16.7 cm[9]

Zitate über das Originalfoto

“Anstatt die Vielfalt nützlicher Aufgaben zu untersuchen, vor der die Photographie steht, interessiert sich Rodtschenko nur für ihre ästhetische Funktion und reduziert die ganze Aufgabe der Photographie auf eine Umerziehung zu einem neuen Geschmack“ Nowy LEF 1928[10]

Zitate von Alexander Rodtschenko

“In order to educate man to a new longing, everyday familiar objects must be shown to him with totally unexpected perspectives and in unexpected situations. New objects should be depicted from different sides in order to provide a complete impression of the object.”[11]

“I want to take some quite incredible photographs that have never been taken before… pictures which are simple and complex at the same time, which will amaze and overwhelm people… I must achieve this so that photography can begin to be considered a form oft art”[12]

"We must revolutionize our optical perception. We must remove the veil from our eyes."[13]

Literatur

  • Baatz, W. (2003): Photographie. Hildesheim: Gerstenberg Verlag : Gerstenberg visuell.
  • Bieger-Thielemann, M. (2008): Photographie des 20. Jahrhunderts - Museum Ludwig Köln. Hong Kong, Köln, London, Los Angeles, Calif., Madrid, Paris, Tokyo: Taschen : Icons.
  • Harte, T. (2020): Faster, higher, stronger, comrades! Madison, Wisconsin: The University of Wisconsin Press.
  • Roberto, K. (2010): FOTO:BOX. In: Roberto, K. (Hrsg.): Köln: DuMont.
  • Stepan, P.; Billeter, E.; Coleman, A. D.; Honnef, K.; Mißelbeck, R.; Molderings, H. et al. (2005): Icons of photography. In: Stepan, P.; Billeter, E.; Coleman, A. D.; Honnef, K.; Mißelbeck, R.; Molderings, H. et al. (Hrsg.): Munich, Berlin, London, New York: Prestel.
  • Stepan, P.; Billeter, E.; Opstelten, B. (1999): Fotografie! In: Stepan, P.; Billeter, E.; Opstelten, B. (Hrsg.): München: Prestel.
  • Walsh, D. (1998): Das Experiment geht weiter. https://www.wsws.org/de/articles/1998/10/rods-o06.html, Abruf am 06.07.2020.

Videobeiträge auf YouTube

Kommentiertes Linkverzeichnis

Quellen